Nepal, Mai – Juni 2018 Ende des Jahres- Retreats von Gyetrul Jigme Rinpoche

Eröffnungsfoto

An diesem Morgen sind wir ein paar hundert Leute aus vielen verschiedenen Ländern, in unterschiedlicher Verfassung, Familien, Mönche, Schüler, Freunde – und wir alle warten auf Rinpoches Rückkehr. Er verlässt sein kleines Häuschen, in dem er ein Jahr verbracht hatte, um uns direkt wieder zu begegnen. Unmöglich auszudrücken, was wir dabei empfinden.

Das Wiedersehen

Bestimmt hattet ihr über soziale Netzwerke bereits Zugriff auf einige Bilder unterschiedlicher Momente. Dieser Blog wird eher die Türen öffnen und einen kleinen Blick hinter die Kulissen dieses Abenteuers erlauben, einen Blick auf das, was wir erlebt haben und auf das Engagement all jener, die dazu beigetragen haben, dass dieses Ereignis zu Ehren unseres Lehrers ein Erfolg wurde und die Herzen der Teilnehmer mit Freude erfüllte.

Nachdem Rinpoche am frühen Morgen von seinem Berg hinuntergestiegen ist, geht er zunächst an der langen Reihen der Tibeter und Nepalesen, an den Reihen der Schüler aus unterschiedlichsten Ländern und an den langen Reihen der Mönche vorbei, um schliesslich den Tempel zu betreten. Wir folgen ihm. Er setzt sich hin und spricht zu uns auf Tibetisch, Nepalesisch und schliesslich auf Englisch. Für diejenigen, die sich im zweiten Teil des Klosters befinden, ist es wegen des Halles schwierig, ihn zu verstehen, doch seine Präsenz ist immens und das Verstehen erfolgt von Herz zu Herz. Unter denjenigen, die bereits einige Tage zuvor im Tal angekommen waren – als Rinpoche noch die letzten Tage seines Retreats in dem kleinen Häuschen am Berg verbrachte – gab es solche, die zu spüren glaubten, wie sein Mitgefühl und seine Liebe das Dallu-Tal zärtlich liebkosten und es segneten.

Mittag, Mittagessen. Alle versammeln sich auf dem Vorplatz des Tempels, an runden Tischen mit Stühlen, die eine festliche Atmosphäre verbreiten. Die Jüngsten unter den Mönchen helfen sehr viel mit bei diesem Ereignis und so servieren sie auch das Essen, wobei es für einige von ihnen sichtbar das erste Mal ist, dass sie Gäste bedienen. Die Nase knapp auf der Höhe der grossen Kochtöpfe, müssen sie ihre Arme ziemlich hoch heben, oder sogar auf die Zehenspitzen stehen, um die Teller füllen zu können. Auf jeden Fall sind sie hinreissend. Lächelnd und ernst zugleich, bemühen sie sich, es gut zu machen.

Jigme Rinpoche hat sich mitten unter uns an einen Tisch gesetzt, ebenso Lhuntrul Rinpoche und seine Familie. Die Kinder singen und lachen. Man findet die Aufregung und die Atmosphäre der grossen RIPA Momente wieder, mit etwas Unermesslichem dazu: Rinpoche ist zurück.

Zwei Tage später beginnen wir mit dem Nyung Né. Es ist das erste Mal, dass Mönche, Tibeter, Nonnen und Schüler gemeinsam im Tempel für diese Praxis der Reinigung zusammenkommen…

Geleitet von Rinpoche, der mehr Niederwerfungen macht als wir, sind diese vier Tage sehr beeindruckend. Diejenigen, die diese Praxis gerade erst entdecken, stehen unter Schock und wir, die dennoch ein wenig Erfahrung haben, ebenso. Hier sind die Nyung Né intensiver, kraftvoller, manche sagen sogar wild. Es ist wahr, dass die Energie im Dallu Tal ausserordentlich kraftvoll ist; wir befinden uns im Ripa Kloster, welches bereits seit 2005 aufgeladen wird durch die Praxis und die Segnungen unserer Lehrer und durch die Praxis der Mönche. Aber vor allem anderen ist die Präsenz von Rinpoche, nach einem Retrait von einem Jahr, enorm. An zwei Abenden spricht er mit uns über das Nyung Né und wir kehren erst zurück in unsere „guest-houses“, als die Nacht bereits hereingebrochen ist. In der Dunkelheit ist unser Weg bestückt von Glühwürmchen, kleine Lichtschimmer auf Gras, Spiegelbilder der Sterne der Milchstrasse….Magisch!

Diashow 1 – Foto Legende:

Mönche, Tibeter, Schüler, alle lauschen aufmerksam den Worten Rinpoches…Austeilen des Tsok…Mittagessen unter freiem Himmel…der Vorhof des Klosters, der in ein riesiges gemütliches Restaurant verwandelt worden ist.. Lachen und Singen, eine wunderschöne Atmosphäre….Nyung Né: Niederwerfungen, auf der zweiten Ebene auch die Mönche… Die „Musik“ verstärkt die Wirkung der Praxis…Die riesige Statue des 1000-armigen Chenrezig unterstützt die Bemühungen.

Mero Gaon : das Dorf ist wieder aufgebaut

Erinnert auch an das Dorf am Berghang, vollkommen zerstört durch das Erdbeben, dessen Hilferuf Rinpoche, berührt durch das Leid und die Not der Bewohner, erhört hat. Zwei Jahre später konnten die 55 Häuser – ein Haus pro Familie – dank der Hilfe von Schülern aus allen Ländern nach Erdbeben sicherem Standart wieder aufgebaut werden. Alle haben Elektrizität und jeweils eine Wasserstelle für eine Gruppe von fünf Häusern. Zuvor kostete es viel Zeit und Aufwand, Wasser holen zu gehen. Jetzt ist die Wasserstelle nur zwei Schritte entfernt.

Eingeladen zur offiziellen Einweihung des Dorfes, machen sich diejenigen, die beim Wiederaufbau mitgeholfen haben, auf den Weg zum Dorf am Berghang. Das Dorf zu erreichen ist bereits ein Abenteuer für sich: Der Bus, welcher uns am Kloster abholt, muss zuerst nach Kathmandu fahren, die Stadt durchqueren mit all ihrem Stau und all ihrer Verschmutzung, und anschliessend auf unglaubwürdigen Strassen einen weiteren Berg hinauffahren. Dieser zweistündigen Busfahrt folgt ein etwa einstündiger Fussmarsch mit Aufstieg und Abstieg, einem kleinen Sattel auf 2000m Höhe und die Ankunft auf 1725m, der Höhe des Dorfes. Dies alles unter der glühenden Sonne und bei entsprechenden Temperaturen. Entlang des ganzen Weges wird Rinpoche von den Dorfbewohnern, den Kindern der Schule, etc. mit Katas begrüsst. Schlussendlich durchschreiten wir den kleinen Willkommens-Bogen, welchen die Bewohner von Mero Gaon speziell zu diesem Anlass errichtet haben. Besuch des Dorfes, Ansprachen, Entdecken der Gedenktafel… Rinpoche richtet sich an die Versammlung, einige Einlagen folgen…oder auch nicht…denn die dafür vorgesehenen Dorfbewohner haben offensichtlich keine Lust, ins Mikrofon zu sprechen. Und auch hier ist der Ton eigenwillig. Die Worte von Rinpoche sind punktuell verständlich „ glub-gzz-glub-glub“. Gut befinden wir uns auf einer Höhe von 1700m über Meer, seine Stimme scheint aus der Tiefe der Ozeane zu kommen, gleichsam auf Tauchfahrt auf der anderen Seite der Welt. Schlussendlich legt er das Mikrofon weg.

Es folgt ein nettes Mittagessen, bereitgestellt und serviert von den Dorfbewohnern, dann bekommt jede Familie ein Dossier mit dem Plan des Hauses und einem Vorhängeschloss mit Schlüssel. Jede Familie? Nein, jede Frau der Familie, alle wunderschön gekleidet für den Anlass und bestückt mit ihrem schönen Schmuck. Aber wo sind die Männer? Wir stellen die offensichtliche Frage. Die Antwort: Hier sind es die Frauen, die „das Heft in der Hand halten“, die Männer folgen.

Tatsächlich tragen sie alle festliche Kleidung und die Männer, die alltäglich gekleidet sind, beobachten alles eher etwas scheu und im Hintergrund stehend. Sie sind es mehrheitlich, die uns das Essen austeilen, unterstützt von den Jugendlichen.

Das Austeilen der Dossiers ist beendet, als Rinpoche einen kleinen Jungen zu sich ruft. Ganz scheu und beeindruckt nähert er sich Rinpoche und dieser übergibt ihm, stellvertretend für alle Kinder, einen prachtvollen Fussball. Sein Gesicht leuchtet auf und er läuft davon mit dem Geschenk, ganz stolz und voller Freude.Wir machen uns auf den Rückweg, müde aber glücklich.

Diashow 2 – Foto Legende

Nach dem Erdbeben war alles zerstört, die Dorfbewohner fanden Schutz unter Plastikplanen und Blechdächern…Rinpoche kam zu ihrer Unterstützung, der Wiederaufbau der Häuser wurde entschieden und alles wurde fertiggestellt…Der Empfang Rinpoches auf dem Weg nach Mero Gaon… Der kleine Willkomens-Bogen aus Bambus und Stoff begrüsst uns…Die Gedenktafel…Austeilen des Essens…Rinpoche mit einigen Dorfbewohnern…Das Wasser, das aus dem Hahn tropft, faszinierend!…Die Presse und das Nepalesische Fernsehen sind anwesend für eine künftige Dokumentation

Lumbini : der Geburtsort Buddhas

Es ist der letzte Abschnitt unserer Reise. Nur 300 km trennen Lumbini von Kathmandu. Gelegen im Süden Nepals in der Tiefebene des Terai, nahe an der Grenze Indiens, dauert die Busfahrt von Kathmandu 10 Stunden, während man Lumbini mit dem Flugzeug in einer halben Stunde erreicht hat. Das heilige Gebiet Lumbinis ist eine der wichtigsten heiligen Stätten unserer Weltreligionen. 1997 von der UNESCO anerkannt, ist dieses Gebiet, wie gesagt wird, einer der meist besuchten Pilgerorte der Welt. Hier findet man auch den Maya Devi Tempel – benannt nach der Mutter Buddhas – ebenfalls ein UNESCO Weltkulturerbe. Auf dem 23 Hektar grossen Parkgelände befinden sich zahlreiche Tempel, welche alle buddhistischen Schulen repräsentieren und alle Länder der Welt. Wir besuchen den koreanischen Tempel, den chinesischen und viele andere, alle wunderschön. Der französische Tempel ist im Aufbau und da es noch freie Parzellen hat, haben Rinpoche und RIPA Russland entschieden, einen russischen Tempel zu errichten, da Russland noch nicht vertreten ist. Vor Ort zeigt uns Rinpoche den vorgesehenen Bereich und dieses Mal funktioniert die Lautsprecheranlage einwandfrei, dank eines Jugendlichen, der uns, mit der Lautsprecheranlage auf seinem, von der Last gebeugten, Rückens, überallhin folgt. Nach der allgemeinen Ansicht erlaubt uns der Besuch von Lumbini die Zartheit, Ruhe, den Frieden zu spüren, die von diesem Ort ausgehen.

Auf dieser Reise begleiten uns ungefähr 20 Kinder, die seit Beginn ihres kurzen Lebens bereits sehr „gebeutelt“ wurden. Sie wurden aus ihrem Unglück befreit und in einem Waisenhaus untergebracht, welches von Dorjee Dolma gegründet wurde – einer Nepalesin, die bereits seit langer Zeit von Namkha, Jigme und Lhuntrul Rinpoche und der Familie unterstützt wird.

Die Kinder verbringen den Tag mit uns und nutzen das Schwimmbad des Hotels voll aus. Sie springen voller Freude ins Wasser, bemerkenswert gut umsorgt von Dolma « ihrer Mutter », die immer ansprechbar ist, ihnen zuhört und von der sie viel Zärtlichkeit bekommen. Mit ihr finden sie den Weg zur Lebensfreude wieder. Das Resultat: Sie kommen zu uns ohne jegliche Furcht. Spontan, direkt, offen, lustig, lebhaft, sie kommen sichtbar gut zusammen aus und helfen sich gegenseitig ganz natürlich ( wir werden euch zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher von diesem Waisenhaus berichten). Dort, in Lumbini, endet unser Abenteuer. Jeder tritt schon bald die Rückreise in sein Land, zu seinem Kontinent an.

Diashow 3 – Foto Legende

In der Abflughalle nach Lumbini…Wir fliegen mit Yeti Airlines. Ihr Logo, sein Fussabdruck…Ganz in der Nähe von Buddhas Geburtsort, aber gut geschützt vor der Sonne… Rinpoche mit den Mönchen, die ihn begleiten, dann mit den Kindern…gegenüber: die Paparazzi des Dharma!… Nach dem Gewitter, die Wege verwandeln sich in Bäche…Umwerfende Tempel…Rinpoche auf dem Landstück des zukünftigen russischen Tempels… Alle im Wasser des Schwimmbeckens…Vor dem Mittagessen.

Fotoalbum

Einige Fotos für einen etwas tieferen Einblick in unsere Reise. Beim nächsten Mal, kommt mit, es sind unvergessliche Momente zusammen mit unseren unersetzlichen Lehrern.

Diashow 4 – Foto Legende

Vor der Anstrengung, die Aufmunterung, ein guter Fussballmatch … Die Spieler… Das Tor… Die Umkleidekabinen…Vorbereitungen: der Aufbau des grossen Zeltes…Einige innovative Ideen um Fliesen zu reinigen…Interview von Doktor Milan für die nächste Fernsehdokumentation…Am Flughafen: „Maximale Höhe 2,18m, Vorsicht auf Ihren Kopf“?!

Portraits

Diashow 5- Foto Legende

Auf dem Weg zum Dorf erwarten die Kinder Rinpoche…Vor dem Zuhören wird er beobachtet… Portraits der Dorfbewohner…Die Kamera von Tae-Ho ist faszinierend…Einer der jungen Mönche aus dem Kloster…Nepal, zwischen Tradition und Moderne…Die Flugbegleiterin in der tibetischen Uniform von YetiAirlnes…Unser junger „Soundman“ in Lumbini…Rinpoche mit einigen Dorfbewohnern.

Ende der Reise:

das letzte Foto unsere RIPA Familie auf der Weltfriedens-Stupa in Lumbini.

Conclusion-Stupa for World Peace-Lumbini

Nächstes grosses Wiedersehen: Das Sommer-Retreat 2018 in der Schweiz mit unseren drei Lehrern.