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YOGOM ist in erster Linie das Ergebnis von Dungsey Gyetrul Jigme Rinpoche’s Wunsch, seinen Schülern eine Praxis an die Hand zu geben, die es ihnen erleichtert, den Weg der Meditation zu beschreiten. Yogom ist eine spezielle Serie von Körperhaltungen und Atemübungen, während deren man meditiert. Die Praxis zielt darauf ab, Körper und Geist besser aufeinander abzustimmen und es uns zu erleichtern, den Lotossitz einzunehmen. Die Meditationsform, die hier benutzt wird, ist Shine (Shamata) und ist besonders effektiv, wenn es darum geht, den Stress in unserem modernen hektischen Leben zu reduzieren.

Die wörtliche Übersetzung von „YOGOM” bedeutet „Yoga und Meditation”. Das Wort „Gom” ist Tibetisch und bedeutet „meditieren” . Der Name „Yogom” beruht auf der Inspiration Rinpoche’s und ist seine eigene Kreation. Die Verbindung zwischen Yoga und Gom mit dem „G” veranschaulicht in perfekter Weise, wie diese Praxis dem Yoga ein Stück seiner ursprünglichen Absicht zurück gibt, nämlich „die Gedankenwellen des Geistes zur Ruhe zu bringen” (aus den Yoga-Sutras des Patanjali, Einleitungsvers). Und obwohl Yogom direkt mit den Lehren von Rinpoche’s Übertragungslinie verbunden ist, ist die Praxis selbst unsektiererisch, sodass sie für alle direkt zugänglich ist. Als ein frischer Ausdruck dieser alten Übungsweise erneuert sie ihre ursprüngliche Absicht und wir können uns glücklich schätzen, die Möglichkeit zu haben, Yoga und Meditation unter einer solchen Schirmherrschaft praktizieren zu dürfen.

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Yoga wird im Westen oft mehr unter seinem sportlichen Aspekt gesehen. Dieser physische Aspekt als Ausgangspunkt eignet sich gut als eine Art Anker, mit dem wir unsere Aufmerksamkeit bündeln können, was uns dann hilft, zu subtileren Wahrnehmungen zu gelangen, sofern wir es regelmäßig praktizieren. Man kann seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Schlüsselpunkte der Yoga-Haltung lenken, zusammen mit dem Atem, was eine wunderbare Grundlage ist für die Meditation. Yogom kultiviert und verweilt in dieser Absicht und dieser Einstellung.

Rinpoche fragte zuerst, ob ich eine kurze Serie zusammenstellen könne, um seinen Schülern vor der Ngöndro-Praxis zu helfen. Dann bekam er die Idee, dass zwei weitere Serien – eine mittlere und eine lange für Fortgeschrittene – für seine Schüler hilfreich sein könnten. So entstanden unter seiner lebendigen Inspiration und Anleitung die drei Yogom-Serien.

Die kurze Serie dauert eine halbe Stunde. Sie wird meistens vor dem Ngöndro, den Vorbereitenden Übungen im tibetischen Vajranyana-Buddhismus) gemacht, aber wenn man nicht genug Zeit hat, kann man sie auch vor einer längeren Shine-Sitzung machen.

Die mittlere Serie von einer Stunde ist in zwei Hälften aufgeteilt – dreißig Minuten für den körperlichen Aspekt und dreißig Minuten für den Meditationsaspekt. Die mittlere Serie wird als tägliche Praxis während der Sutrayana-Retreats praktiziert. Da es Rinpoche’s Wunsch ist, dass sich Yogom weiter verbreitet, wird diese Version zweimal wöchentlich in Paris unterrichtet – für alle, die daran interessiert sind. Dies ist der Beginn einer neuen Reise für Yogom.

Die lange Serie, die ca. eine Stunde und vierzig Minuten dauert, besteht aus drei Teilen. Die lange Serie wurde bisher nur von kleinen Gruppen von Padma Ling Mitgliedern praktiziert. Sie wird Teil des Sutrayana Retreats im kommenden Sommer sein.

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Diese lange Serie ist komplexer und hilft, die Aufmerksamkeit zu trainieren, um in einer längeren und kontinuierlichen Meditation verweilen zu können und verspricht daher noch tiefgreifenderen Nutzen. Jeder der drei Teile, aus denen diese letzte Serie besteht, hat von Rinpoche einen eigenen Namen bekommen: Der erste Teil, „Auf dem Boden” genannt, soll ein Anfang sein, der uns Unterstützung und Sicherheit gibt, während wir auf dem Pfad fortschreiten. Der zweite Teil, der „Himmel und Erde” genannt wird, fängt an, das Feld der Möglichkeiten auszudehnen, so wie physische Offenheit sich auf natürliche Weise ausdehnt, wie auch sich ausdehnende Bewusstheit und ein erhöhtes Bewegungstempo. Der dritte Teil heißt „Raum und Tanz” und führt kontinuierliche Bewegung und Veränderung ein oder Kontinuität von Körper und aufmerksamem Fokus in bewegender und sich verändernder Form ohne Pause. Es ist wie der Moment, indem ein kleiner Vogel zum ersten Mal sein Nest verlässt und fliegt – wie ein Tanz, und doch bleibt jeder innerhalb seiner Möglichkeiten.

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Dies sind die drei archetypischen Serien des Yogom mit festgelegten Bewegungsabläufen als Grundlage. Als solche unterliegen sie einem rechtlichen Schutz und sie bleiben das Eigentum und die Handelsmarke der Ripa Linie. Natürlich erlaubt die Komplexität der physischen Kanäle und die Variabilität des Geistes unzählbar viele VariationeYOG_FB_webn. Das wird die Entwicklung und das Leben des Yogom sein und besonders auch das Thema für die Unterweisungen von zukünftigen Lehrern.

Ich fühle mich sehr geehrt, diese gesegnete Möglichkeit bekommen zu haben, an einer solch vielversprechenden Geburt teilzuhaben. Ich schreibe dies in der Hoffnung, dass sich der Lotos auf wundervolle Art und Weise öffnen möge, um so viele Brüder und Schwestern wie möglich einzuladen, zu sitzen, zu hören und sich mit dem Geistesstrom der Lehrer und Meister zu verbinden.

Sarva Mangalam,

François Bertolero