Haupt-Praktiken

König Gesar, Der erleuchtete Krieger

König Gesar, der erleuchtete Krieger

Das Lhasang oder Rauchopfer an die Gottheiten

Das Lhasang ist ein Rauchopfer-Ritual, das den Gottheiten und den Drei seltenen und erhabenen Juwelen, den drei Wurzeln, den Dharma-Beschützern und -Wächtern, den Wohlstandsgöttern, lokalen Gottheiten, den Herren des Bodens usw. dargebracht wird. Auf diese Weise werden alle Unreinheiten und Verdunkelungen gereinigt und die Reinheit der Absicht wird herbeigeführt.

Das Praktizieren von Lhasang soll auch helfen, das Lungta eines Ortes oder einer Person zu erhöhen und die Dralas zu beschwören.

Das Lungta oder ‚Wind-Pferd‘

Lungta oder „Wind-Pferd“ kann auf vier verschiedenen Ebenen interpretiert werden: Auf einer äußeren Ebene war es eine mystische Figur aus vorbuddhistischer Zeit, die sowohl die Schnelligkeit des Windes als auch die Kraft des Pferdes symbolisierte, welche Gebete, sowie alle in Angriff genommenen Aktivitäten zur Erfüllung bringen kann. Lungta wird mit Glück in Verbindung gebracht – Lung (rlung=Wind) ist Treiber jeglicher Aktivität oder Unternehmung; ta (rta=Pferd) bedeutet auch: ‚einem Pfad folgen‘ oder ‚reisen‘

Auf einer inneren Ebene verweist Lungta auf positive Eigenschaften, Lebenskraft und Glück. Es ist der Unterdrücker des Bösen und der Weg zur Erleuchtung. Auf einer geheimen Ebene symbolisieren das Lungta und die vier Würdevollen das Spiel der fünf Elemente, aus denen sich alle Phänomene bilden. Lungta steht dabei für den Raum, den Grund aller Manifestationen; der Tiger symbolisiert das Wind-Element; der Schneelöwe die Erde; der Garuda das Feuer und der Drache das Wasser. Auf der geheimsten Ebene ist Lungta die subtile Energie oder die innere Luft, der Wind im Körper. Die Stärke oder Schwäche des Windpferdes (Lungta), bestimmt, ob positive oder negative Tendenzen den Geist beherrschen. Auf einer alltäglichen Ebene ist das Windpferd auch sehr stark mit dem verbunden, was man gemeinhin als „Glück“ bezeichnet. (Rigpa-Wiki)
Aus der Perspektive der absolut reinen Natur der fünf Elemente wird der eigene Wind als Samaya Tara der Karmafamilie (die Familie der erleuchteten Aktivität aus den fünf Buddha-Familien) betrachtet; das ‚Pferd‘ ist ein Sinnbild des schnellen Fortschritts, es hilft daher, jede Aktivität, die man begonnen hat, ohne jedes Hindernis oder ohne jede Schwierigkeit auszuführen und zur Verwirklichung zu bringen.

Die fünf Farben der Banner, die zur Veranschaulichung der glücksverheißenden Verbindung zur Vermehrung und Erzeugung von Lungta dienen, symbolisieren die fünf Elemente: Blau ist Raum, Weiß ist Wasser, Rot ist Feuer, Grün ist Luft und Gelb ist Erde. Die fünf Wesen auf der Fahne repräsentieren ebenfalls fünf Elemente: der im Dschungel lebende Tiger ist das Element Holz, der in den Bergen lebende Löwe das Element Erde, der Garuda, der im Raum wohnt, repräsentiert die Luft und das Feuer, das aus seinen Hörnern lodert, ist das Element Feuer, während der Drache, der im Meer wohnt, das Element Wasser ist.

Der Tiger, der Löwe, der Garuda, der Drache usw. auf der Lungta-Fahne von Gesar, dem „König der Dralas“, repräsentieren nicht nur die fünf Elemente, sondern sollen auch die Würde und den Glanz der Praktizierenden, welche die tantrischen Verpflichtungen einhalten, erhöhen und dienen als Emanationen, die Gesars eigenen erleuchteten Körper, seine Rede, seinen Geist, seine Eigenschaften und seine Aktivität symbolisieren.
Der Löwe ist die Emanation von Gesars erleuchtetem Körper und die Kraft, die die Würde und den Glanz der Yogapraktizierenden erhöht. Der Drache ist die Emanation der Rede und die Kraft, die ihr Ansehen erhöht, Der Tieger ist die Emanation des Geistes sowie die Macht, die ihre spirituelle Kraft vergrößert. Der Garuda ist die Emanation der erleuchteten Qualitäten und die Kraft, die ihre sogenannten ‚vier Vollkommenheiten‘, (Praxis, Reichtum, Eifer und Befreiung) zur Reife bringt, und das Höchste Pferd ist die Aktivitäts-Emanation und Kraft, die ungehindert alle dharmischen und weltlichen Angelegenheiten genau wie gewünscht vollendet.

Die Dralas

Dralas sind dynamisch aktive, nicht-menschliche Wesen, die das Luftelement bewohnen und für die gewöhnliche menschliche Wahrnehmung normalerweise unsichtbar sind. Sie bilden das Gefolge und die Agenten von Gesar und werden gewöhnlich als wilde, furchtlose Krieger auf Pferden dargestellt. Der innere Aspekt von Drala ist mit dem subtilen Energiesystem im Körper verbunden, und der „geheime“ Aspekt mit der Natur des Geistes.

Es ist auch eine wortlose Gottheit, die als Beschützer, Begleiter und Helfer auf dem spirituellen Weg dient.

Wie macht man einen Lhasang?

Mache eine physische Opfergabe aus dem Rauch verschiedener wohlriechender Hölzer wie weißem und rotem Sandelholz, Weihrauch, Artemisia, Wacholder und so weiter zusammen mit Mehl, gemischt mit einer Top-Opfergabe aus Tee, Alkohol, Milch und so weiter und geweiht mit Mantra und Mudra. In einer vorgestellten Rauchopfer-Feuergrube oder dem göttlichen Palast eines Rauchopfer-Ofens visualisiere unendliche Erscheinungen der äußeren, inneren und geheimen Opfergaben und – was noch wichtiger ist – fülle den ganzen Raum mit Wolken von reinigendem Rauch, und stelle Dir ein unendliches Ausströmen von Opfergaben vor. Darunter Blumen, Weihrauch, Lampen, parfümiertes Wasser, Nahrungsmittel, Musik und das Trio von Amrita, Rakta und Torma, die acht glückverheißenden Substanzen und die acht glückverheißenden Symbole, die sieben Schätze eines universellen Monarchen und so weiter. Indem Du die Gottheiten des ursprünglichen Bewusstseins und die weltlichen Götter mit realen und diesen imaginären Opfergaben erfreust, sammelst Du den Verdienst, durch dessen Kraft Du all Deine nicht-tugendhaften Handlungen, die Deinen Geist verdunkelt haben reinigst. Namentlich: Verletzungen Deiner allgemeinen und spezifischen Gelübde, tantrischen Eide und Verpflichtungen, deren Nichteinhalten und Brechen, heuchlerisches Verhalten, das Zurückzahlen von Freundlichkeit mit Undankbarkeit, das Versagen, mit Bescheidenheit und Anstand zu handeln und so weiter.

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